25. November 2025

Mythos oder Wahrheit? Alkohol im Check

Mythos oder Wahrheit? Alkohol im Check

Rund um den Alkoholkonsum kursieren viele Behauptungen. Doch stimmen sie wirklich? Wir haben die häufigsten Mythen genauer überprüft.

(Text: Kathrin Linkner, Seminar- und Projektleiterin, Stv. Leiterin Medbase Fit im Job)

Alkohol hilft bei Kälte

Falsch. Auch wenn Glühwein, Punsch und Co. wohlig wärmen, der Effekt trügt: Alkohol erweitert die Blutgefässe und lässt die Körperwärme schneller entweichen. Das Gefühl von Wärme ist also nur vorübergehend. Das Risiko einer Unterkühlung kann sogar steigen.

Rotwein ist gesund für das Herz

Falsch. Alkohol kann nachweislich das Herz-Kreislauf-System schädigen und das Risiko für Erkrankungen wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Schnaps hilft bei der Verdauung

Ganz im Gegenteil. Tatsächlich verlangsamt Alkohol die Verdauung, je mehr davon konsumiert wird. Das entspannte Gefühl nach dem Essen entsteht nicht durch eine bessere Verdauung, sondern weil sich die Magenmuskulatur nach dem Alkoholkonsum vorübergehend entspannt.

Alkohol verbessert den Schlaf

Stimmt nicht. Alkohol kann zwar das Einschlafen erleichtern, stört jedoch die Schlafqualität. In der zweiten Nachthälfte wird der Schlaf oft unruhiger, da Alkohol die Erholungsphasen beeinträchtigt. Zusätzlich regt er die Urinproduktion an. Nächtliche Toilettengänge sind daher keine Seltenheit.

Spirituosen wirken intensiver als Bier

Nicht ganz. Entscheidend für die Wirkung ist die konsumierte Menge Alkohol, nicht die Art des Getränks. Da Schnaps meistens in deutlich kleineren Mengen getrunken wird als Bier, lässt sich nicht pauschal sagen, dass er schädlicher ist. Tatsächlich enthält ein kleines Bier (3 Deziliter) oft mehr als doppelt so viel Alkohol wie ein kleiner Schnaps (2 Zentiliter).

Alkohol verkocht

Die Annahme, dass Alkohol beim Kochen vollständig verdampft, stimmt nicht ganz. Trinkalkohol beginnt zwar bei etwa 78 Grad Celsius zu verdampfen, dennoch bleibt je nach Kochdauer, Temperatur und Zubereitungsart ein Teil des Alkohols im Gericht zurück.

«Alkoholfrei» bedeutet «ohne Alkohol»

Falsch. Biere mit bis zu 0,5 Volumenprozent dürfen rechtlich noch als alkoholfrei bezeichnet werden. Nur Produkte mit dem Hinweis «0,0 %» sind tatsächlich vollständig alkoholfrei.

Rotwein entspannt, Weisswein belebt

Falsch. Weisswein wird oft in kleinen Mengen zum Apéro serviert – leicht und spritzig wie die Stimmung. Rotwein hingegen begleitet eher spätere, reichhaltige Mahlzeiten und wird meist in grösseren Mengen konsumiert. Zudem wird er wärmer getrunken als Weisswein, was beruhigend wirkt. So entsteht der Eindruck, Rotwein mache müde und Weisswein wach.

Je klarer der Drink, desto kleiner der Kater

Stimmt. Rotwein und Whisky enthalten mehr Begleitstoffe wie Tannine oder Methanol, die den Körper stärker belasten können. Bei Gin oder Wodka fällt dieser Anteil deutlich geringer aus.

Sport und Sauna fördern die Erholung nach Alkoholgenuss

Nein. Schwitzen spielt bei der Verstoffwechslung von Alkohol kaum eine Rolle: Rund 95 Prozent des Alkohols baut die Leber ab.

Alkohol macht dick

Stimmt. Alkohol ist ein mächtiger Kalorienträger. Eine Flasche Rotwein (7,5 Deziliter) enthält etwa 670 Kilokalorien und übertrifft damit sogar eine Tafel Schokolade mit rund 540 Kilokalorien pro 100 Gramm. Zudem steigert Alkohol den Appetit und senkt die Selbstkontrolle. So greift man schneller und öfter zu.

Nüchtern dank Koffein

Falsch. Kaffee und Energy-Drinks helfen zwar, sich fitter und wacher zu fühlen, aber den Alkoholabbau beschleunigen sie nicht. Wer beides mischt, trinkt oft mehr, denn Koffein überdeckt die Wirkung von Alkohol, und der süsse Geschmack lässt den Alkoholgehalt weniger stark erscheinen.

Bierbauch wegen Bier

Das stimmt so nicht. Mit 76 Kilokalorien pro 2 Deziliter hat Bier weniger Kalorien als dieselbe Menge Vollmilch mit 136 Kilokalorien oder Apfelsaft mit 96 Kilokalorien und deutlich weniger als Rotwein. Studien zeigen zudem: Zwischen Bierkonsum und Körperform besteht kein direkter Zusammenhang. Weder der Body-Mass-Index (BMI) noch das Taille-Hüfte-Verhältnis lassen auf Biergenuss schliessen.

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